Leuchtfarben in der Uhrentechnik

Uhren mit Leuchtfarben - Verwendung von Leuchtfarben bei der Herstellung von Zifferblättern und Zeigern

Der Traum eines jeden Uhrenträgers, seine Uhr auch bei völliger Dunkelheit ablesen zu können, führte zu der Verwendung von Leuchtfarben bei der Herstellung von Zifferblättern und Zeigern.

Stand 01.05.2001

 

Inhalt:

Vorbemerkung

Aktuelle Begriffe, Bezeichnungen und Normzusammenfassung , nach: RC TRITEC, CH-Teufen, 1994/1998

Information Super-LumiNova Neu

Tritium-Qualität mit Superphosphoresenz, nach: RC TRITEC, CH-Teufen, 1998

TRITIUM , eine Information der nach: RC TRITEC, CH-Teufen, 1994/1998, (Weiterführend)

Literaturhinweise Neu mit weiteren Links

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Bezugsquelle für Reparaturen

 

VORBEMERKUNGEN

Zur Verwendung von Leuchtfarben kamen sehr schnell radioaktive Substanzen. Die vorliegende Zusammenstellung soll helfen, deren Gefährlichkeit abzuschätzen. Vorweg sei schon darauf hingewiesen, dass die nach gültiger Norm hergestellten Zifferblätter und Belegungen bei bestimmungsgemässen Gebrauch als ungefährlich eingestuft werden. Zifferblätter müssen heute entsprechend den verwendeten Leuchtstoffen gekennzeichnet sein {T (Tritium) und T25, und 147 Pm (Promethium, gefährlicher), seltener Ra (Radium, sehr gefährlich, nur noch für Spezialzwecke)}.

Anders sieht das mit älteren Uhren, bzw. mit Uhren unbekannter Herkunft aus.

Ältere Uhren (bis ca. 1965) und hierbei besonders Militäruhren und Instrumente sind oft mit nicht unerheblichen Mengen von Radium (Halbwertzeit 1622 Jahre), teilweise sogar mit Strontium belegt. Diese Uhren und Instrumente haben zwar heute keinen Nachleuchteffekt mehr, trotzdem geht von ihnen eine nicht zu unterschätzende radioaktive Strahlung aus .

Für den Uhrmacher und den Sammler bedeutet dieser Umstand ein Risiko. Die Fa. Sinn z.B. hat daraus die Konsequenz gezogen: Sie repariert keine unbekannten Uhren mit Leuchtzifferblättern.

Der Sammler sollte Uhren mit radioaktiven Zeigern und Zifferblättern nicht öffnen und sie zusätzlich an einem gut belüfteten Ort stellen.

Uhrmacher müssen ausserdem überprüfen, ob sich noch alte Reste von Leuchtfarbe bzw. von Leuchtzifferblättern /-zeigern in ihrer Werkstatt befinden. Diese sollten ordnungsgemäss entsorgt werden.

Hans Jendritzki schreibt zu diesem Thema in seinem Buch: DER MODERNE UHRMACHER, 19787 S. 34f: (auf CD erhältlich)

"Die Uhren mit Leuchtausstattung sind ein heikles Problem geworden. Zahlreiche Länder haben unterschiedliche Anordnungen erlassen über den Verkehr mit radioaktiven Stoffen.
Bis etwa 1950 erfolgte die Leuchtausstattung hauptsächlich durch Radium 226, das zur Leuchtanregung des Zinksulfids verwendet wurde. Mesothorium 1 (Radium 228) und Radiothorium (Thorium 228) wurden seltener angewendet. Ihre a-Teilchen bewirken die Lumineszenzanregung, und diese werden von der Leuchtfarbe absorbiert; jedoch dringen die von Zerfallsprodukten ausgesandten b-Strahlen durch das Uhrglas nach aussen.
Seit ab 1950 billige Spaltprodukte des Urans zur Verfügung stehen, wurde aber auch Strontium 90 Yttrium 90 benutzt, dessen harte b-Strahlen Handgelenkschäden verursachten, was zum Verbot der Anwendung von Strontium 90 für Leuchtzifferblätter führte.
Nur noch für Spezialuhren wird Radium 226 in Ausnahmefällen verwendet; in der Schweiz muss der Erwerber einer solchen Uhr - erlaubt bis 1,5 µCi (Mikrocurie) -, wenn sie nicht am Handgelenk getragen wird, mit seiner Unterschrift bestätigen, dass er vom Inhalt eines vom Eidg. Gesundheitsamt zu genehmigenden Merkblattes Kenntnis genommen hat. In diesem Merkblatt ist die Aktivität der Uhr festgehalten, und es wird empfohlen, die Uhr nur bei der besonderen Tätigkeit zu tragen, für die sie bestimmt ist.
Die unterschiedliche Behandlung von Taschenuhren und Armbanduhren in den Gesetzen für die Leuchtausstattungen ergibt sich dadurch, dass die Taschenuhren im allgemeinen in der Nähe der Hüften getragen werden, und zwar mit dem Leuchtzifferblatt gegen den Körper. Es ist dann möglich, dass die radioaktive Strahlung im Laufe der Zeit eine schädliche genetische Wirkung hervorruft.

Armbanduhren werden jedoch so getragen, dass das Leuchtzifferblatt vom Körper abgewandt ist, ausserdem werden die Strahlungen durch die Stahlplatte abgeschwächt, die sich zwischen Zifferblatt und Handgelenk befindet.
Handelsüblich werden gegenwärtig Promethium und Tritium benutzt, die wesentlich schwächere Nuklide sind. Immerhin sind auch sie noch stark genug, um beispielsweise Einfuhranzeigen mit Angabe der Aktivität - in Millicurie - notwendig zu machen.

Während Uhren mit radioaktiven Stoffen mit der Post befördert werden dürfen, dürfen Uhrzeiger mit radioaktiver Leuchtmasse - da sich dann ihre Wirkung durch die Menge der Zeiger vervielfacht - nur dann von der deutschen Post befördert werden, wenn die Sendung höchstens 1 mCi Tritium, 1 mCi Promethium 147 oder 0,0001 mCi Radium 226 enthält!

Beim Uhrmacher ist gleichfalls Strahlengefährdung möglich, wenn grössere Mengen Leuchtzeiger aufbewahrt werden; und die zuständigen Gewerbeaufsichtsämter sind entsprechend vorsichtig. Es sollten nicht mehr als 20 Paar Leuchtzeiger auf Lager gehalten werden, ihr Aufbewahrungsort sollte von den normalen Arbeitsstellen weit entfernt sein, um jede Dauerbestrahlung auch im ungünstigsten Fall auszuschliessen.
Obwohl der Uhrmacher selten oder gar nicht in die Lage kommt, entsprechende Messungen vorzunehmen, mögen die einschlägigen Masseinheiten angegeben sein:

Das Curie ist das Mass der Radioaktivität. Das Millicurie ist der 1000. Teil eines Curie. 1 Curie ist dann gegeben, wenn in einer radioaktiven Substanz 37 Milliarden Atomkernzerfälle in jeder Sekunde stattfinden. Die Radioaktivität von 1 Gramm Radium entspricht etwa 1 Curie.

Das Röntgen ist eine physikalische Einheit der Menge energiereicher Ladung, beispielsweise der Röntgenoder Gammastrahlung. Das Milliröntgen ist der 1000. Teil eines Röntgen.

Man nennt eine energiereiche Strahlung auch ionisierende Strahlung. Dabei versteht man unter lonisation einen Vorgang, bei dem unter der Strahleneinwirkung Elektronen von den äusseren Schalen der Atome gelöst werden und dadurch Ionen, das heisst geladene Atome oder Moleküle entstehen.
Wenn in 1 Kubikzentimeter Luft unter Normalbedingungen etwa 2 Milliarden Atome der darin befindlichen Gase solche lonisation erlitten haben, hat etwa die Strahlenmenge von 1 Röntgen eingewirkt.
600-800 Röntgen bewirken als Ganzkörperbestrahlung den Tod eines Menschen durch Strahlenkrankheit.
Heute wird der Uhrmacher kaum noch wie früher Leuchtzeiger neu mit Leuchtmasse ausfüllen! Die Leuchtmasse wurde mit Bindemittel angerührt und von der Unterseite mit einem Glasstäbchen in die Skelettzeiger gestrichen. Zu dick gewordene Paste musste mit dem Verdünnungsmittel wieder geschmeidiger gemacht werden.
Bequemer und einfacher - auch billiger! - ist es, neue Leuchtzeiger aufzusetzen, zumal sie viel schnellere Arbeitsweise ermöglichen: man braucht nicht erst zu warten, bis die Leuchtmasse getrocknet ist, sondern kann die Zeiger sofort aufsetzen und damit die Uhr fertig aus der Hand legen."

Die folgenden Ausführungen müssten durch Diagramme veranschaulicht werden. Um Speicherplatz zu sparen, ist auf sie verzichtet worden. Sie können aber bei mir bezogen werden.


LUMINESZENZ, FLUORESZENZ, PHOSPHORESZENZ

Gewisse Substanzen (Phosphore) haben die Eigenschaft, Energie in verschiedener Form (elektrische Energie, Ultraviolettlicht, Wärme, radioaktive Strahlung, chemische Energie usw. ) aufzunehmen und in sichtbares Licht umzuwandeln.Diese Erscheinung nennt man LUMINESZENZ.

Sendet die Substanz gleichzeitig mit der Anregung durch Energie sichtbares Licht aus, so nennt man dies FLUORESZENZ (Sofortumwandlung, Simulatenumwandlung). Z.B. Tagesleuchtfarben, Flureszenzfarben.

Sendet die Substanz nach Anregung durch Energie sichtbares Licht erst mit Verzögerung (über längere Zeit) aus, so nennt man dies PHOSPHORESZENZ (Speichereffekt, Batterieeffekt). Z.B. Nach(t)leuchtfarben, Sicherheitsfarben.

ARTEN VON LUMINESZENZ

Anregung durch Name
chemische Reaktion Chemolumineszenz
UV-, Tageslicht Photolumineszenz
elektrische Energie Elektrolumineszenz
Strahlung radioaktiver Stoffe Radiolumineszenz


PHOSPHORE

Die für Uhrenleuchtfarben verwendeten man im wesentlichen zwei verschiedene Phosphore (Leuchtpigmente) : die weissen Zinksilikate (weiss = C1), welche kein Nachleuchten aufweisen und die gelb-grünen Zinksulfide für alle anderen Farbtöne, welche ein Nachleuchten zeigen.Die Zinksulfide lassen sich sowohl durch Kunst- und Tageslicht, als auch durch Strahlung aus radioaktiven Stoffen anregen. Die Zinksulfide zeigen eine gewisse Phosphoreszenz (Nachleuchten). Fällt die Anregung weg, so fällt die Lichtdichte innert ca. 20 min auf 10% des ursprünglichen Werts und weiter.

Die Zinksilikate lassen sich durch Kunst- und Tageslicht nicht zum Leuchten anregen; sie zeigen keine Phosphoreszenz (Lichtspeichereffekt).


DAUERLEUCHTFARBEN

Um eine Daueranregung zu gewährleisten, werden die Zinksulfid- bzw. Zinksilikatkristalle mit einer hauchdünnen Energieträgerschicht eines Tritiumkunststoffs (Polymerschicht) umhüllt.Die zerfallenden Tritiumatome der Tritiumkunststoffschicht bombardieren den Zinksulfidkristall mit Elektronen (Betastrahlen) und regen ihn dadurch dauernd zum Leuchten an.

Tritiumaktivierte Selbstleuchtfarben auf der basis von Zinksulfiden können zusätzlich Lichtenergie von Tages- und Kunstlicht speichern, Zinksilikate können dies nicht.

LICHTSTÄRKE

Eine Lampe (bzw. jeder leuchtende Körper) sendet Licht einer ganz bestimmten Stärke aus. Die Einheit dafür ist das CANDELA (cd) oder auch NANOCANDELA (ncd).Eine gute Lichtstärke eines Zifferblattes sollte 150 ncd -300 ncd betragen.

LICHTDICHTE

Gibt man die Lichtstärke pro m2, cm2, oder mm2 der leuchtenden Oberfläche des Körpers an, so spricht man von der Lichtdichte. Die Einheiten dafür heissen:Mikrocandela pro Quadratmeter ( mcd / m2) oder Nanocandela pro Quadratmillimeter (ncd / mm2).

Bei Tritiumleuchtfarben gibt man die Lichtdichte auch noch in Candela pro g Substanz (cd/g) oder auch nanocandela pro mg Substanz ( ncd/mg) an.

LEUCHTSTOFFRÖHRE

Tritiumleuchtfarben auf Basis Zinksulfid (C-3) laden sich (im Gegensatz zu den Tritiumleuchtfarben auf Basis Zinksilikat) zusätzlich durch Kunst- oder Tageslicht auf, so dass sie bei der Betrachtung im Dunkeln in den ersten Minuten bedeutend heller erscheinen als Tritiumleuchtfarben auf Basis Zinksilikat (C-1). Nach einigen Minuten klingt bei C-3 aber die Aufladung durch Tageslicht ab; nur die durch Tritium-Betastrahlung erzeugte Lichtdichte bleibt.  

ISO - NORM 3157 (NIHS 97-10) AUF EINEN BLlCK
Maximalaktivität pro Uhr 5 mCi (millicurie, veraltet) = 185 MBq (Megabecquerel). Spezialuhren bis 25 mCi = 925 MBq müssen die Bezeichnung T 25 tragen).Die 12 Uhr - Marke muss von den anderen Marken deutlich zu unterscheiden sein.

Bei vorhandenem Datumsfenster sind mindestens 3 Marken, ohne Datumsfenster sind mindestens 4 Marken gefordert. Die Mindestlichtstärke für 3 Marken beträgt 12 ncd. Pro weitere Marke erhöht sich die geforderte Mindestlichtstärke um 3 ncd.

Somit beträgt zum Beispiel die Mindeslichtstärke:

für 11 Marken: 36ncd

für 12 Marken: 39 ncd

Die geforderte Mindestlichtstärke für das Zeigerpaar beträgt 10 ncd. (Sollte aber 30...60 ncd betragen, damit die Ablesbarkeit gut ist. d. Verf.).


LICHTDICHTE VON TRITIUMLEUCHTFARBEN

Die Lichtdichte von Tritiumleuchtfarbendepots ( z.B. Punkte auf einem Zifferblatt ) ist abhängig von:a) Helligkeitsstufe der Tritiumleuchtfarbe ( ISO - Qualitätsklassen )

b) der Fläche des Tritiumleuchtfarbendepots

c) Schichtdicke des Depots auf dem Zifferblatt oder dem Zeiger

d) Lichtdurchlässigkeit des verwendeten Lackes

REGEL:
Je höher die ISO - Qualitätsklasse, je grösser die Fläche und Schichtdicke des Depots, desto höher die Lichtdichte.

BEZEICHNUNG, BENENNUNG VON TRITIUMLEUCHTFARBEN

Gemäss ISO - Norm 3157 setzt sich die Bezeichnung von Tritiumleuchtfarben aus 2 Teilen zusammen:a) Angabe der Helligkeit ( L = Luminosity, Luminosite)

b) Angabe der Farbe ( C = Colour, Couleur)

Die ISO - Helligkeitsstufen sind ganzzahlig von 1 - 8, dann 8.5, 9, 9.5 und 10 eingeteilt. Jeder Helligkeitsstufe ist eine definierte Lichtdichte in nCd / mg zugewiesen.

Farben gemäss ISO - Norm sind:

-C1 weiss

-C3 gelb (nature)

-C5 gelbgrün

-C7 grün

-C9 blaugrün

Die korrekte Bezeichnung für eine Tritiumleuchtfarbe lautet zum Beispiel:

T-ISO-C3-L9 (Farbe 3 bzw. nature, ISO-Qualitätsklasse 9).


LICHTSTÄRKEN

Bei Verwendung von 5 mCi der Farbe C3 (gelb), resultiert daraus eine Lichtstärke von 740 ncd (Faustregel).Bei Verwendung von 5 mCi der Farbe C1 (weiss), resultiert daraus eine Lichtstärke von 500 ncd (Faustregel)).

Als Mindestlichtstärke pro Uhr ( 11 Marken) fordert die ISO-Norm 46 nCd ( davon 10 ncd für das Zeigerpaar).

Ein Tritiumleuchffarbendepot verliert innerhalb von ca. 4-5 Jahren jeweils 1/2 der Lichtstärke. Das heisst: nach 8 - 10 Jahren beträgt die Lichtstärke nur noch 1/4 des Anfangswertes, nach 12 -15 Jahren 1/8, nach 16 - 20 Jahren 1/16 usw.

Welche Anfangslichtstärke muss ich belegen (11 Marken), damit ich auch noch nach 12...15 Jahren die Norm erfülle ?

Sie muss 8 x soviel wie von der Norm verlangt betragen.

STABILITÄT VON LACKEN

Im Tritiumleuchtfarbendepot wird der verwendete Lack dauernd mit Elektronenstrahlen, die von der Tritiumleuchtfarbenschicht ausgesendet werden, beschossen. Diese Strahlung kann ungeeignete Lacksysteme mit der Zeit verändern oder gar zerstören (Lack wird braun).Da der gebräunte Lack nun einen grossen Teil des von der Tritiumleuchtfarbe ausgesandten Lichts absorbiert, sinkt die Lichtstärke stetig ab.


STABILITÄT VON TRITIUMLEUCHTFARBEN

In Form von Pulver (Lagerung der Tritiumleuchtfarbenpulver) ist der Lichtdichteverlust stärker. Es ist daher wichtig, nur soviel Pulver an Lager zu halten oder zu bestellen, wie in Kürze benötigt wird.  

TRITEC Superlite - Die strahlungsfreie Alternative? Ist nicht mehr am Markt, dafür:


Information Super-LumiNova, LumiNova AG (PDF, 67k)

 

TRITIUM

eine Information der Radium - Chemie, ca. 1994

Leuchtfarben

Einige kristalline Verbindungen, wie z. B. Zinksulfide, haben die Fähigkeit, Strahlungsenergie aufzunehmen und wieder als sichtbares Licht zu emittieren. Im Gegensatz zu phosphoreszierenden, inaktiven Leuchtpigmenten, die nach Anregung mit Licht einen abnehmenden Nachleucht-Effekt besitzen, oder fluoreszierenden Pigmenten, die UV-Licht in sichtbares Licht umwandeln, besitzen radioaktive Leuchtpigmente einen Dauerleuchteffekt.

Die in der Vergangenheit hauptsächlich verwendeten Energieträger waren die Isotopen Radium-226 und später Prometium-147. Leuchtfarben mit 147 Pm aktiviert, stehen weiterhin in allen Helligkeits- und Farbstufen zur Verfügung. Mit zunehmenden strahlenhygienischen Anforderungen sind obige Isotopen durch Tritium aktivierte Leuchtpigmente verdrängt worden, deren sehr schwach ionisierende ß-Strahlung durch Bruchteile von Millimetern irgend eines Materials vollständig absorbiert wird.

Kohlenstoff-14 aktivierte Leuchtpigmente gelangen aus preislichen Gründen nur dort zum Einsatz, wo speziell hohe Anforderungen an Helligkeitsstabilität gefordert werden. Sie dienen besonders zur Herstellung von CARBOLUM Standardlichtquellen.


Tritium-Leuchtfarben

sind aktivierte Zinksulfid- oder Zinksilikatpulver mit einer mittleren Kristallgrösse von 20µm. Die Eigenfarben sind gelblich bzw. weiß, mit einem Emissionsmaximum von 520 nm, für welches das menschliche Auge eine maximale Empfindlichkeit besitzt. Zur Daueranregung sind die Leuchtpigmente mit Spuren einer schwerlöslichen, tritierten Polymerschicht von hoher spezifischer Aktivität überzogen. Die beigefügte Menge Tritium ist ausschlaggebend für die Helligkeit. Die visuelle Erkennbarkeit einer Leuchtmarkierung ist zudem von der Fläche und Schichtdicke, sowie der Ableseentfernung abhängig .

Die Helligkeit klingt bei Leuchtfarben in Pulver schneller ab als in aufgetragenem Zustand, d. h. mit Bindemittel vermischt. Die Pigmente haben im gelblichen Naturfarbton die beste Leuchtkraft; jedes zusätzliche Einfärben hat einen entsprechenden Verlust an Helligkeit zur Folge und erfordert deshalb für gleiche Lichtstärke eine erhöhte Aktivität. Die Pulverhelligkeit wird in Milliapostilb (masb) oder Mikrolambert (µL) ausgedrückt und die flächenspezifische Lichtstärke für gestrichene Farben in Mikrocandela/cm2 (mcd/cm2). Jede Prüfung von Dauerleuchtfarben soll bei vollständiger Dunkelheit und mit an diese adaptiertem Auge erfolgen. Das Leuchtpigment oder bestrichene Objekt ist vorgängig mindestens 20 Minuten vor jedem Lichteinfluß zu schützen.

Durch die ISO-Norm 3157 sind Helligkeitsstufen, Einfärbung und Qualitätsanforderungen festgelegt. RADIUM CHEMIE AG produziert zu dem weitere Farb- und Leuchtstufen, die den Anforderungen dieser Norm entsprechen.

Verarbeitung

Die Leuchtpigmente werden normalerweise in Pulverform geliefert, mit entsprechender Menge Bindemittel für die Verarbeitung. Für jede Auftragungsart sind geeignete Bindemittel entwickelt worden, die eine einwandfreie Verarbeitung, sowie vorschriftsgemäße Haftfestigkeit gewährleisten. Zur rationellen Belegung wird ein speziell entwickelter Streichstift oder eine leistungsfähige Siebdruckmaschine empfohlen.

Leuchtfarben sind auf möglichst hellen Grund aufzutragen, um ein Maximum an Helligkeit zu erreichen. Mit einem Gramm Leuchtpigment kann, bei einem Auftrag von 0,25 mm Schichtdicke, eine Fläche von 15 - 20 cm2 belegt werden. Als Richtwert für eine gut streichfähige Masse sind 2 g Pigment mit 1 g Lack zu mischen. Das Vermischen hat in einer künstlich entlüfteten Unterdruckzelle zu erfolgen. Desgleichen sind sämtliche Vorräte an radioaktiven Tritiumleuchtfarben in einer solchen aufzubewahren.

Hygienische Massnahmen

Obwohl Tritium wesentlich günstigere strahlenhygienische Parameter aufweist als die andern bis dahin verwendeten Isotopen (reiner ß-Strahler, max. Energie 18 keV, biologische Halbwertzeit zirka 10 Tage), sind in Anbetracht der großen Aktivitätsmengen, im Umgang mit Tritium Leuchtfarben Sicherheitsvorkehrungen zu treffen:

Radioaktive Leuchtfarben sind bei der Verarbeitung als offene Strahlenquelle zu handhaben.

Alle Arbeitsgänge sind so zu organisieren, daß eine Kontamination von Personen und Gegenständen möglichst vermieden wird.

ede Person, bei der die Möglichkeit einer Kontamination besteht, hat sich beim Verlassen des Arbeitsraumes einer entsprechenden Kontrolle mit UV-Lampe und, wenn nötig, einer Dekontamination zu unterziehen. Das zum Reinigen und Trocknen kontaminierter Hände, Gegenstände, Arbeitsplätze und dergleichen benützte Material darf nur einmal verwendet werden.

Kontaminiertes Reinigungsmaterial und Abfälle sind in eigens für radioaktive Abfälle be-stimmte Behälter zu deponieren und an die zuständigen Behörden zur Vernichtung zu übergeben.

Im Arbeitsraum sind Hände, Geräte und Gegenstände, welche der Kontamination ausgesetzt sind, von Mund und Atmungszone fern zuhalten. Nahrungsmittel und Getränke, Rauchwaren, kosmetische Artikel und dergleichen dürfen nicht in die Arbeitsräume gebracht werden.

Der Arbeitsraum muß ausreichend natürlich oder künstlich belüftet sein. Jeder Arbeitsplatz soll zudem mit einer separaten Absaugung versehen sein.

Die Überwachung des Personals soll durch regelmässige Messung des Tritium-Gehaltes im Urin geschehen.

Da jeder Umgang mit radioaktiven Stoffen bewilligungspflichtig ist, müssen die gesetzlichen Bestimmungen des jeweiligen Verbraucherlandes beachtet werden.

 

Tritium-Qualität mit Superphosphoresenz (SPO)

nach: RC TRITEC, CH-Teufen, 1998
Eine neue Entwicklung stehen jetzt Tritium-Leuchtfarben mit einer aussergewöhnlichen Anfangshelligkeit zur Verfügung. Aufgrund der geänderten Leuchtpigmentzusammensetzung kann nun ein Leuchtfarbendepot auch mit nicht adaptiertem Auge (noch nicht an die Dunkelheit gewöhnt), beim Wechsel von Tageslicht in die Dunkelheit, sofort erkannt werden. Die Anfangshelligkeit liegt in den ersten 15 Minuten etwa 5 mal höher als bei herkömmlichen Tritiumqualitäten und singt dann langsam auf das konstante (und bekannte) ISO-Helligkeitsniveau ab.
DIN ISO 3157, 1991
NIHS 97-10, SN 289 710


Bezugsquelle für Reparaturen:

RC TRITEC AG
Speicherstrasse
Postfach/P.O. Box
147CH-9053 Teufen
Tel.: 071 335 73 73
Fax: 071 335 73 74
www.rctritec.com

CH-9053 Teufen, Teufen, 21. August 2000/ee

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