6. Kapitel.

Ueber den Unterschied zwischen einer Taschenuhr, welche nicht regulirt ist und einer, deren Gang veränderlich ist, und worin beide von einer regulirten unterschieden sind.

Wenn eine Taschenuhr nicht regulirt ist, so glauben manche, ihre Uhr wiche ab und tauge daher nichts. Es herrscht indes ein großer Unterschied zwischen einer Uhr, die variirt und einer, die nicht regulirt ist. Eine Taschenuhr kann sehr gut seyn, sich immer gleichförmig und doch nicht auf gerad auf die mittle Zeit regulirt seyn. Es kann z. B. eine solche Uhr, wenn man sie irgend eines Tages nach einer guten Pendeluhr stellt, beständig um 2 Minuten täglich zu früh oder zu spät gehen, um 4 Minuten in 2 Tagen und um 24 in 12 Tagen und sofort; in diesem Fall darf man aber doch nicht sagen, daß diese Uhr keinen gleichen Gang habe, sondern sie ist blos nicht auf die mittle Zeit regulirt und man kann daher nicht sagen, daß sie variire. Eine solche Uhr zu reguliren, ist sehr leicht, man braucht nur am Rosettenzeiger (Rückzeiger) zu rücken, wie wir im 9. Kapitel erklären werden.

Eine Taschenuhr, die gegen eine gute Pendeluhr bald zu früh, bald zu spät geht, ist eine Uhr, die variirt. Wenn diese Abweichungen in 24 Stunden mehrere Minuten ausmachen, so muß man diese Uhr einem geschickten Uhrmacher zur Korrektur geben, denn hier würde es unräthlich und vergeblich seyn, am Rückerzeiger zu rücken, da der Fehler im Innern der Maschine liegt. Eine Taschenuhr ist endlich dann erst als regulirt anzusehen, sobald sie sich gleichförmig bewegt und sich immer nach der mittlen Zeit genau richtet.

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