Das VIII. Capitel.

Einige Anmerkungen, welche bey der Wahl der Taschen-Uhren gute Dienste thun können.

I.

Die Kunst, eine gute Wahl beym Einkauf einer Taschen-Uhr zu treffen, setzt nohtwendig zweyerley voraus, erstlich: daß es gute und schlechte Taschen-Uhren giebet; zweytens: daß man dieselbe durch gewisse Kennzeichen von einander unterscheiden könne. Das erste ist leyder mehr als zu wahr; das zweyte ist möglich, aber so schwer, daß nur die geschicktesten Kunstverwandten sich gründlich darauf verstehen.

II.

Es wäre zu wünschen, daß diese Wissenschaft gemeiner wäre, als sie in der That ist. Dann es folget nicht: wenig Personen können gute und schlechte Werke von einander unterscheiden, darum hat man nicht nöhtig, sich um die Kennzeichen dieses Unterscheides zu bekümmern; vielmehr kan man also schliessen: weilen unter denen, welche sich dieser künstlichen Werke bedienen, sich so wenig Kenner finden, darum hat man auch so wenig Nutzen davon. Es giebt eine grosse Menge Mäckler, Kaufleute, ja selbst Uhrmacher, welche die Unwissenheit und Leichtgläubigkeit des gemeinen Hauffens, zu ihrem Vortheil mit beyden Händen ergreiffen. Und gewiß, wann es darauf ankäme, bey dieser Waare, entweder demjenigen, was mancher Kaufmann oder Uhrmacher Ehre und Reputation heisset, oder meiner eigenen mir erworbenen Känntniß und Beurtheilungswissenschaft zu trauen, mein Entschluß würde leicht zu errahten stehen.

III.

Ehre und guter Name sind freylich herrliche Sachen, wann sie mit einander verknüpfet sind. Inzwischen bedienet man sich dieser so genannten Ehre und Reputation so vielfältig zu des anderen Schaden, daß man, um sie beyde genau kennen zu lernen, hauptsächlich ihre Quellen prüfen muß. Solte sich jemand die Mühe geben, nur bey dieser unserer Kunst, diese Materie gründlich zu untersuchen, was für Dinge würde er nicht entdecken? Wie viel Uhrmacher würden nicht alle die Reputation wieder verliehren, welche ihnen nur diejenigen zuwege gebracht haben, die keine Kenner von dergleichen Arbeit gewesen sind? Mit einem Wort, wann man alle diese Geheimnisse aufdecken wolte, vielleicht würde man mit grosser Verwunderung gewahr werden: Daß es in der Welt eine Profession gäbe, wobey derjenige, der das Unglück hat, nicht geschickt genug zu seyn, auch kein ehrlicher Mann seyn kan, weilen er dieser seiner Ungeschicklichkeit wegen, wil er anders sein Brodt gewinnen, braf zu lügen, zu betrügen und zu verleumden sich genöhtiget siehet.

IV.

Doch dieses alles könte man noch als Mittleidens wehrt so hingehen lassen; Allein es lauffet auch allerhand gottloser Betrug mit unter, welcher billig gestraffet zu werden verdienete. Man hänget ja falsche Münzer und Schrift-Verfälscher an den Galgen; Solte man denn diejenigen vor ehrliche Leute halten, welche um besser zu betriegen, die Namen der allerberühmtesten Uhrmacher in Europa auf ihre elende Werke setzen? Kan auch einem wahrhaftig ehrlichen Mann, der seine ganze Lebenszeit zugebracht hat, sich in dieser Kunst vollkommen zu machen, und seinen Nächsten mit guter Arbeit zu dienen, wohl etwas schimpflichers wiederfahren? Hat man wohl jemahls unverschämtere Betrügereyen gesehen?

 

Wann man sich nun beym Einkauff der Taschen- und anderer Uhren, so wenig auf dergleichen Uhrmacher verlassen kan, da doch ihre Reputation darauf stehet, wann sie ihre Werke, an bekandte, und solche Personen verkauffen, die die Uhren zu ihrem eigenen Gebrauch behalten; was vor Vertrauen kan man dann zu dieser ihrer Arbeit haben, wann sie durch Kaufleute, Juden, oder durch andere, welche mit Uhren handeln, zu uns gebracht wird, und welchen sie solche mehrentheils, um nur im Stande zu seyn, sie ihnen desto wohlfeiler zu überlassen, nicht schlecht genug machen können. Jedennoch finden sich unter ihnen wohl einige, die so unverschämt und Gewissenlos handeln, vor dergleichen Uhren eben so einzustehen, wie sonst wohl ein geschickter Uhrmacher vor seine eigene tüchtige Werke einzustehen pfleget, womit sie dann ihre Käuffer, von der Güte ihrer Wahre, völlig zu überzeugen suchen, dabey aber andere ungewissenhafte Uhrmacher an der Hand behalten, die ihnen bedürfenden Falls aus der Noht helfen müssen, welche dann dadurch mit an ihrem eigenen und der ganzen Kunst Verderben arbeiten helfen, und sich zu Werkzeugen gebrauchen lassen, die Leute zu betriegen. Diese und dergleichen Ränke der meisten Kaufleute, Juden, und anderer, die mit solcher Waare Handlung treiben, kan man nicht genug mißbilligen, angesehen dadurch die meisten Käuffer hinters Licht geführet werden. Ja man kan wohl mit Wahrheit sagen, daß diese Art Menschen, die Uhrmacherkunst, dieses Meisterstück der Künste, darinnen es sonst so schwer ist, sich hervor zu thun, nicht allein recht vermehren, sondern auch durch diese und andere Griffe so viel Mißbräuche darin eingeführet haben, daß das Publicum fast durchgehends mit ihren Werken schlecht versehen wird; nur ihnen selbst muß dieser zum Schaden des Nächsten abzielende Verkehr überaus einträglich seyn, weilen sie sich aller Orten anfinden.

Aus dem was hier gesaget worden, lässet sich nun leicht schliessen, daß, so man es thun kan, man weit weniger wagte, von Uhrmachern selbst, als von Kaufleuten, welche mit ihrer schlechten Waare wissentlich handeln, Uhren zu kauffen; dann man darf fast gewiß vermuhten, daß die Uhrmacher mehreren Fleiß verwenden werden, auf Werke, welche ihnen bekandte, oder solche Personen die vor sich selbst einkauffen, abhandeln, als auf Uhren, welche sie vor Kaufleute machen, die damit Handlung treiben; immassen sie von den ersteren befürchten müssen, ihre nichts nützige Arbeit wieder zu bekommen; anderntheils aber sind so wohl einheimische, als fremde, zum Exempel , Englische und Genffer Uhrmacher, die vor Kaufleute arbeiten, sattsam davor gesichert, und darum können sie ohne Gefahr zu lauffen, ihnen die allermangelhaftesten Uhren lieffern. Es würden also diejenigen, welche sich mit Uhren versehen wollen, am allersichersten mit tüchtigen Uhrmachern ihres Landes in Handlung treten können, wann sie ihnen ihre eigene Arbeit, nur eben so theuer bezahlten, wie dem Kaufmann eines fremden Arbeit; Dann der Profit, welchen man dem Kaufmann, oder mehreren Kaufleuten, durch deren Hände eine Uhr oftmahls erst an den rechten Käuffer kommt, zuwendet, würde solchergestalt, wann ihn der Uhrmacher selbst erhielte, der gekauften Uhr zu gute gehen, und folglich würde man bey einem geschickten Uhrmacher im Lande, eine recht gute Uhr vor eben den Preys sich anschaffen können, als bey dem Kaufmann eine mittelmässige. Noch mehr: der Uhrmacher, der unser Mitbürger ist, würde durch den, ihme, vor einen Fremden gegönnten Profit, aufgemuntert werden, sich in seiner Kunst immer vollkommener zu machen, auch durch den stärkeren Abgang seiner Arbeit, sich mehr als sonst im Stande sehen, zum Besten des Publici, allen nur möglichen Fleiß auf seine Arbeit zu verwenden.

V.

Wie sol man aber diesem Unwesen abhelfen? Ist es nicht wahr, es wird alles bleiben, wie es gewesen ist, bis ein jeder, der dergleichen Waare nöhtig hat, selbst von ihrer Güte urtheilen kan? Vielleicht darf man hoffen, lehrbegierige Uhren-Freunde mit der Zeit dahin zu bringen, daß sie gute von schlechten Uhren unterscheiden lernen. Geschiehet dieses, so werden halbgeschickte Künstler angetrieben werden, sich mehr Mühe zu geben; recht geschickte Maitres aber, bey wahren Liebhabern unserer Kunst, um so viel mehr Ruhm und Belohnung zu gewarten haben, je mehr ihre Geschicklichkeit dadurch an den Tag kommt. Doch wir wollen von dieser Materie, welche uns die (halbgeschickten) Herren Uhrmacher (und die, so ihre Werke zu Markte bringen,) eben nicht zu Freunden machen dürfte, abbrechen, und aufs genaueste sehen, was man bey der Wahl der Uhren in Acht nehmen müsse.

VI.

Zu gründlicher Beurtheilung einer guten und schlechten Uhr, wird nicht allein eine völlige Erkänntniß des ganzen Werks überhaupt erfordert, sondern auch eine Wissenschaft, worin die Vollkommenheit aller ihrer, auch der allerkleinesten Theile, nebst derselben Verhältniß gegen das Ganze bestehe. Allein eine so umständliche Beschreibung hätte ein ganzes Buch nöhtig, welches wieder meinen Zweck wäre; Zudem so würde es fast unmöglich seyn, denen, welche die nöhtigen Kunstwörter nicht verstehen, die Sachen begreiflich genug vorzutragen. Meine Absicht gehet eigentlich dahin, nur einige Anmerkungen davon überhaupt zu machen, welche jedoch hoffentlich nicht ohne Nutzen seyn werden.

VII.

Mir deucht, man hat sonderlich auf drey Kennzeichen Acht zu geben, daraus man urtheilen kan, ob eine Uhr schlecht, oder mittelmässig sey.

VIII.

Das erste Kennzeichen ist: wann ein Maitre die Uhren, worauf sein eigener Name stehet, gar zu wohlfeil verkauffet. Kein Kennzeichen ist fast untrüglicher, daß ein Werk nicht viel tauge, als dieses; dann weilen gute Arbeiter, deren es in Vergleichung mit den mittelmässigen nur wenige giebet, auch gute Werke verfertigen, so werden sie von den besten Maitres um so viel mehr gesuchet, es ist aber nicht zu glauben, daß dergleichen Künstler vor halben Lohn arbeiten werden, so lange sie vor geschickte Maitres, welche ihnen ihre Arbeit reichlicher bezahlen, und ihnen gerne nach Verdienst lohnen, ihre Wissenschaft anwenden können.

IX.

Das zweyte Kennzeichen, so selten zu trügen pfleget, ist: wann man auf einer Taschen-Uhr allerhand ungewöhnliche wunderliche Dinge erblicket, welche zu nichts weiter nützen, als daß man den Liebhabern dieser Lappalien gleich Kindern weißmachet, es stecke was sonderliches darinnen. Um gewiß zu gehen, ob eine neue Erfindung hochgeschätzet zu werden verdiene, so untersuche man, ob sie entweder von einigem Nutzen, oder in der That Verwunderungswürdig sey. Hat sie keines von beyden, so gehöret sie unter solche Kleinigkeiten, die von dem wenigen Verstande ihres Erfinders zeugen. Es gibt viele Künstler, welche, wann sie sehen, daß ihr Verstand nicht hinreichet, mehrere Wissenschaft in ihrer Kunst zu erlangen, als sie schon Ab e s t .  F2 èrTEXTdosa ` ·:NVœÿHÁ ©_Apple.Com c c _  Ä / ° Ό Ê |Óˆ@ ¥¨Ã¸ Î©_AppleCom Desktop c * c a FNDRERIKA ¥¨Õ œDESKTOP BEST~1.HTM $ ?? TEXTdosa @ ¥¢bˆ ¸BEST~1 HTM BOOKLI~1.HTM `8 c \èñ TEXTdosa @ Å ¥¢b¯ šBOOKLI~1HTM prÅfen Sie den Boot-DatentrÑger. NTLDR U™. t4(Ì .. t4( DESKTOP 5( t4(Ó Y !OPENFOLDER" 5( !t4(Ú osa œ©_AppleCom Desktop c * c a TEXTdosa œDESKTOP c c ?? ??® ;Ãò TEXTdosa › É ˜& ÿÎ ¢ ¯ÀNTLDR nicht gefunden. E/ -Fehler beim Lesen des DatentrÑ ers. öberprÅfen Sie den Boot- atentrÑger. NTLDR U™ F t4(Ì .. t4( ` ·:NVœÿHÁ ©_ pple.Com c c _  ÄTEXT osa œ©_AppleCom Desktop c * c a TEXTdosa Finder 1.0 F 158 Ç F STR APPL  ܨ  áà › É ˜& ÿÎ ¢ ¯ÀNTLDR nicht gefunden. E/ -Fehler beim Lesen des DatentrÑ ers. öberprÅfen Sie den Boot- atentrÑger. NTLDR U™ DICF2.HTM `8 c \èñ TEXTdosa @ ¥¢b™ ™DICF2 HTM DICT~1.HTM F2 èr _Z TEXTdosa Ä ¥¢bœ ˜DICT~1 HTM DICT2~1.HTM F2 èr _Z TEXTdosa Ä Å ¥¢c ¯DICT2~1 HTM FAQ~1.HTM F2 èr _Z TEXTdosa Ä ¥¢c ˜FAQ~1 HTM FIRM~1.HTM F2 èr _Z TEXTdosa ¿ ¥¢c ˆFIRM~1 HTM prÅfen Sie den Boot-DatentrÑger. NTLDR U™ LINKS~1.HTM F2 èr _Z TEXTdosa ¿ Å ¥¢c žLINKS~1 HTM TECH~1.HTM F2 èr _Z TEXTdosa ¿ ¥¢c ÙTECH~1 HTM TEXT~1.HTM F2 èr _Z TEXTdosa ¥¢c ÛTEXT~1 HTM UHREN~1.HTM F2 èr _Z TEXTdosa Å ¥¢c ÚUHREN~1 HTM BERT ¥¢bƒc BERT prÅfen Sie den Boot-DatentrÑger. NTLDR U™ SULLY Å ¥¢b½c SULLY MISCLIT ¥¢b¿ Ìæ MISCLIT OpenFolderListDF * c a FOLDMACS@ ¥¨Õ •!OPENFOLDER Desktop Folder * c a TEXTdosa Ó DESKTOPFOL Trash c * c a TEXTdosa@ ¥¨ÕB ÌTRASH prÅfen Sie den Boot-DatentrÑger. NTLDR U™ Å ¥¢b½c SULLY MISCLIT ¥¢b¿ Ìæ MISCLIT OpenFolderListDF * c a FOLDMACS@ ¥¨Õ  èt TEXTdosa Ô BERT ¥¢bƒc BERT prÅfen Sie den Boot-DatentrÑger. NTLDR U™. 0t4(Û .. 0t4( ¥¢b½c SULLY MIS LIT ¢b¿ Ìæ MISCLIT OpenFol erListDF * c a FOLDMACS ¥¨Õ •!OPENFOLDER Desktop Fol er * c a TEXTdosa Ó!DESKTOPFOL BERT ¥¢bƒc ERT prÅfen Sie den Boot- atentrÑger. NTLDR U™. 3t4(Ù .. 3t4( ¥¢b½c SULLY MIS LIT ¢b¿ Ìæ MISCLIT OpenFol erListDF * c a FOLDMACS ¥¨Õ •!OPENFOLDER Desktop Fol er * c a TEXTdosa Ó!DESKTOPFOL Trash c * c a TEXTdosa Ì RASH prÅfen Sie den Boot- atentrÑger. NTLDR U™ Temporary Items * c a TEXTdosa@ ¥¨ÕB Ï TEMPORARYI MISCLIT ¥¢b¿ Ìæ MISCLIT OpenFolderListDF * c a FOLDMACS@ ¥¨Õ •!OPENFOLDER Desktop Folder * c a TEXTdosa Ó!DESKTOPFOL Trash c * c a TEXTdosa@ ¥¨ÕB ÌTRASH prÅfen Sie den Boot-DatentrÑger. NTLDR U™. 3t4(ˆ .. 3t4( Ï!TEMPORARYI MIS LIT ¢b¿ Ìæ MISCLIT OpenFol erListDF * c a FOLDMACS ¥¨Õ •!OPENFOLDER Desktop Fol er * c a TEXTdosa Ó!DESKTOPFOL Trash c * c a TEXTdosa@ ¥¨ÕB Ì RASH prÅfen Sie den Boot- atentrÑger. NTLDR U™ sie nicht recht frisch, sondern matt spielen. Man setze sie weiter auf die Probe, gesetzt, daß sie auch nicht gar stehen bleiben, so wird man doch alle nur erdenkliche Ungleichheiten und Mängel an ihnen gewahr werden. So wird zum Exempel ihre (Conische) Kegelschnecke, nicht die gehörige Verhältniß mit der Feder haben; daher wird ihr Gang ungleich, und im Anfange, wann die Uhr aufgezogen ist, viel geschwinder seyn , als zuletzt, wann sie bald ablauffen wil. Legt man sie auf den Tisch, so wird sie anders gehen, als wann sie hänget, und wieder anders, wann man sie bey sich träget, oder sonst ihr Lager verändert.

Noch muß man merken: daß, wann so übel beschaffene Taschen-Uhren würklich in Engeland gemachet, und äusserlich noch nette genug bearbeitet sind, dennoch der inwendig auf die Platte, und auswendig auf dem Ziefferblade gestochene Name, nur blos erdichtet ist, man wird auch schwerlich einen Maitre, der so heisset wie darauf stehet, in London antreffen, immassen die Uhrmacher, die dergleichen Werke mit falschen Namen vor Kaufleute machen, solche Namen entweder ganz und gar erdichten, oder den Namen etwa einer gewissen Strasse und Gegend, oder eines benachbarten Orts in und bey London dazu wählen. Die Ursache ist diese: ihren eigenen Namen darauf zu setzen, tragen sie Bedenken, weil er ihrer Reputation, so wie den Uhren, selbst schlechten Vortheil bringen dürfte, und des Namens, eines in London im Ruf stehenden Maitres sich dazu bedienen, dürfen sie sich nicht unterstehen. Fast alle Englische Uhren, welche vor geringem Preise verkauffet werden, führen dergleichen erdichtete Namen. Im Gegentheil, viele Genfer und Teutsche Uhren prangen mit den Namen der allerberühmtesten Maitres, die in London, oder sonst wo, durch ihre geschickte Werke bekandt worden sind. Man darf also nur sicher glauben, wann man auf einer Uhr einen erdichteten Namen siehet, daß an derselben nicht viel daran seyn müsse. Wäre sie gut, der Maitre würde sich eine Ehre daraus gemacht haben, seinen eigenen Namen darauf zu setzen.

Wer kein Uhrmacher ist, wird diese Art vom Betruge nicht so leicht entdecken. Doch werden ihm diese, und die am Ende dieses Capitels befindliche Anmerkungen dazu nicht wenig behülflich seyn. Ein anderes ist es, wann einige Maitres in Teutschland, welche nicht vor Kaufleute arbeiten, auf ihre Werke ihren eigenen Namen und London stechen. Dann hat man Ursache zu glauben, daß die Uhr alsdann nach ihrer besten Geschicklichkeit gemachet sey. Das Wort London aber wird manchen Käuffern zu Gefallen darauf gesetzet, die keine Uhr vor gut halten, worauf nicht London stehet.

Bey dem Einkauf der goldenen und silbernen Repetier, auch andern dergleichen kostbaren Taschen-Uhren hat man noch grössere Vorsicht nöhtig, als bey den gewöhnlichen Taschen-Uhren, je mehr ein Käuffer durch die Ungeschicklichkeit, oder auch den Betrug des Uhrmachers, wegen ihres ziemlich hohen Preises, in Schaden gesetzet werden kan. Nun sind zwar keine andere Kennzeichen, von ihrer Tüchtigkeit und Untüchtigkeit, vorhanden, als wir schon oben bey den gewöhnlichen Taschen-Uhren gegeben haben. Doch würde ein Käuffer, welcher von jemanden, der selbst kein Uhrmacher ist, sich auch sonst auf die Güte einer Uhr nicht verstehet, eine Uhr erhandelt, nicht übel thun, wann er eines ehrlichen und geschickten Uhrmachers sich bedienete, und dessen Einsicht Glauben beymässe; dadurch würde er vielen sonst zu befürchten habenden Schaden leicht verhüten können. Auch diejenigen, welche Uhren vor andere erhandeln, werden, wann sie selbst keine Kenner sind, ihre Freunde auf die vorgeschlagene Weise am besten und sichersten damit versehen können. Gewissenhafte Kaufleute, deren es dann auch einige giebet, werden, oder solten sich billig um so viel weniger dawider setzen, je öfter sie zur Entschuldigung anzuführen pflegen, wann eine von ihnen erkaufte Uhr die gewöhnliche Probe, (welche aber zur rechten Erkänntniß ihrer Tauglichkeit noch nicht hinlänglich ist,) zwar auf eine Zeitlang ausgehalten hat, hernach aber doch ihre Untauglichkeit offenbaret, nemlich: sie wären keine Uhrmacher, und verstünden also selbst nicht, ob die Uhren, welche sie verkauften, gut, oder schlecht wären. Es kan seyn, daß sich viele Kaufleute hierzu nicht verstehen, und zur Ursache verwenden werden: ihre Uhren wären gut, wiese man sie aber einem Uhrmacher, so würde derselbe aus Neid, daß man ihn vorbey ginge, sie dennoch verachten. Allein, es sind diese und dergleichen Entschuldigungen der gemeine Vorwand, der meisten Kaufleute, welche aber mehr von dem schlechten Vertrauen, so sie selbst zu ihrer Waare haben, als dem vorgegebenen Neide des Uhrmachers, vor dessen genauer Untersuchung, und Entdeckung der Geringschätzigkeit dieser Waare sie sich fürchten, herrühret, woran sich dann ein vorsichtiger Käuffer nicht zu kehren hat.

XI.

Und dieses wären so die vornehmsten Kunst-Griffe, deren sich gewisse Uhrmacher und Kaufleute zu bedienen, und dadurch die gewöhnlichen Kennzeichen, von der Güte einer Uhr, zu ihrem Vortheil anzuwenden pflegen; allein, was noch mehr ist, die meisten Uhren-Liebhaber sind in denen Sachen, wovon wir handeln, so unwissend, daß sie durch unsichere Kennzeichen, welche sie, wegen ihrer dann und wann an sich habenden Wahrscheinlichkeit, vor untrüglich halten, so gar ihre selbst eigene Betrüger werden.

XII.

Man glaubt z.E. gemeiniglich, daß man in einigen Tagen oder Wochen die Fehler und Tugenden einer Taschen-Uhr schon ausprobiren könne; und ohne Zweifel dürften mich diejenigen, welche von dieser Meinung eingenommen sind, vor einem Liebhaber ungereimter Dinge halten, wann ich sagen wolte: daß es ihnen unmöglich sey, durch die Probe, worauf sie sich so sehr verlassen, ihren Zweck zu erreichen, wann sie dieselbe nicht mit gewisser Behutsamkeit anzustellen wissen, welche ihnen aber wol schwerlich, (so wie sie nemlich beschaffen seyn muß) von selbst beyfallen wird. Ich wil mich bemühen, sie dessen zu überführen.

XIII.

Ein jedweder, der die Güte oder Mängel einer Taschen-Uhr durch eine Probe wil kennen lernen, wird dieses nicht eher recht bewerkstelligen, bis er erstlich genau verstehet, was dazu gehöre, daß man sagen könne: die Uhr gehe gut; Zweytens: daß er von der Richtigkeit der Sonnen- oder andern Uhr, nach welcher er seine Taschen-Uhr probiren wil, hinlänglich versichert sey; und dann drittens: daß er zu unterscheiden wisse, ob die Veränderungen einer Taschen-Uhr von ihr selbst und ihrer Einrichtung, oder von seiner selbst eigenen Nachlässigkeit oder Unwissenheit in der nöhtigen Wissenschaft, denen Ungleichheiten, welche auch den besten Taschen-Uhren dann und wann begegnen müssen, zu Hülfe zu kommen, herrühren. Weiß er dieses nicht alles vollkommen, so wird er niemals im Stande seyn, eine gute, von einer schlechten Taschen-Uhr recht zu unterscheiden, er mag auch Proben anstellen, so viel er wil.

XIV.

Was noch mehr ist: wann eine Taschen-Uhr gleich eine Zeitlang noch so ziemlich gut gehet, das beweiset noch nicht völlig, daß sie gut sey; dann wann sie würklich gut ist, so muß sie der Fürtreflichkeit ihrer Einrichtung nach beständig gut gehen, welches man bey keiner kurzen Probe erfahren kan; ja wann man sie auch etliche Monahte zur Probe bey sich hätte, so würde man doch ihrer Güte halben noch ungewiß bleiben. Weilen nun dieses zu zeigen, hauptsächlich mit zu unserm Zweck gehöret, so wollen wir davon im folgenden Capitel weitläuftiger handeln.

 

Nebem unserm Autor kan man sich noch folgender Anmerkungen bey der Wahl der Uhren bedienen, welche man aber vor keine ganz untrügliche Merkmahle, sondern nur blos vor günstige Vorurtheile von ihrer Güte ausgiebet.

Eine Taschen-Uhr, muß eine plat-runde Figur, zwey Zoll im Durchmesser, und ein wenig über einen Zoll in der Dicke haben; dann ein Werk von sothaner Abtheilung kan dauerhaft verfertiget werden, und ist wegen seiner Grösse in der Tasche nicht beschwerlich.

Das Futteral und äusere Gehäuse an derselben, muß von genügsamer Stärke, und gut verarbeitet seyn.

Ein nettes, sauber gestochenes, und wol-ausgearbeitetes Zieffer-Blad, worauf keine Zierrahten sich befinden, die an Bemerkung der Stunden hinderlich sind, ist auch ein muhtmaßliches Zeichen einer guten Taschen-Uhr.

Das viereckige Stift, woran die Zeiger-Nadel die Stunden zeiget, muß sich nicht Ruck-weise, sondern gleichförmig, auch nicht allzuschwer und allzuleichte mit dem Schlüssel umdrehen lassen. Dann drehet es sich gar zu leichte um, so kan der Zeiger oftmahls stehen bleiben, wann die Uhr schon gehet, welches sonderlich bey Repetier-Uhren zu befürchten ist; gehet es aber gar zu schwer um, so lauft man Gefahr, etwas in der Uhr zu zerbrechen. Ein gleiches hat man auch bey dem Aufziehen der Uhr zu merken.

An einer guten Taschen-Uhr findet man allemal den Namen des Maitres, der sie verfertiget hat, mit ihrer Nummer inwendig auf der Platte gegraben. Wie es mit diesen Namen oftmals herzugehen pflege, haben wir schon oben gemeldet.

Unnütze Zierrahten findet man an einer guten Taschen-Uhr gar nicht, weilen geschickte Maitres ihre Mühe und Wissenschaft einzig und allein auf die Richtigkeit und wesentliche Stücke der Uhr verwenden, und solche Kleinigkeiten halbgeschickten Uhrmachern überlassen, die dadurch ihren geringen Werken ein Ansehen zu geben suchen. Also wird man wenig gute Taschen-Uhren antreffen, die z.E. inwendig über das Schild, so die Unruhe bedecket, oder rund herum mit Glas versehen sind, das bey dem Reinemachen der Uhr leicht zerbrochen werden kan. Träfe es sich aber, daß eine sonst gute Uhr dergleichen Glas, oder eine silberne Capsel inwendig hätte, so würde sie eben dieserhalb mangelhaft, und wann der dazu erforderte Raum zum Werke verwandt wäre, ohn Zweifel weit vollkommener seyn.

Die Unruhe an einer guten Taschen-Uhr muß etwas über halb so groß als die inwendige Platte und mit drey Stangen versehen, der Schild aber, so sie bedeckt, sauber gegraben, und durchbrochen seyn, daß man die Unruhe mit ihren Stangen darunter könne spielen sehen.

Noch eine starke Vermuhtung, vor der Güte einer Taschen-Uhr, ist: wann ihre Unruhe fein frisch, hurtig und frey spielet, imgleichen, wann das Steigrad und das Cronrad, welche bey jedem Streich der Unruhe, auf eine ganz merkliche und sichtbare Weise fortrücken, währenden Spielen der Unruhe recht stark und lebhaft sich bewegen. Die Streiche der Unruhe, welche man durch das Schild mit etwas Aufmerksamkeit gar deutlich sehen kan, müssen weiter, als über den halben Cirkel des Schildes vibriren.

Die Kette an einer guten Taschen-Uhr muß ohngefehr achtehalb, wenigstens siebenmal um ihre Kegelschnecke gehen. Hievon wird man versichert, wann der Schlüssel, beym wieder aufziehen, der vorhero ganz abgelauffenen Uhr, wenigstens sieben Umgänge machet. Es giebet einige Uhren, die beym Aufziehen nur sechs, andere die nur fünfe, und wieder andere, die noch weniger Umgänge machen, nachdem sie nemlich eingerichtet oder platt sind; allein sie sind bey weitem nicht so gut wie die ersteren, immassen man die Verhältniß der Conischen Schnecke mit der Feder bey ihnen nicht so genau treffen kan, als bey denen, die sieben Umgänge thun, wodurch aber ihr Gang in währender Zeit, daß sie vom Anfange bis zum Ende ablauffen, ungleich wird, dergestalt, daß indessen einige Stunden um etliche Minuten länger, andere um etliche Minuten kürzer seyn werden. Es möchten zwar noch mehr Ursachen vorhanden seyn, warum die Uhren, deren Ketten sieben Umgänge haben, denen andern, die weniger umgehen, vorzuziehen sind, wann gleich ihre Güte sonst überall mit den ersten gleich ist; ich wil es aber bey dem, was davon angeführet worden, und mir hinlänglich zu seyn deucht, bewenden lassen.

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