Chronographen mit Rechenschieber

Mathematik am Handgelenk

Für die Kombination einer Uhr mit einem mechanischem Rechengerät zur Lösung von mathematischen Aufgaben, ist heute im Zeitalter der Taschenrechner keine weitgehende Berechtigung mehr zu finden.
Trotzdem erfreuen sich Uhren mit Kreisrechenschieber* immer noch großer Beliebtheit, zumal sie einem das Flair eines Piloten verleihen.

Früher war das einmal anders: Man konnte ein solches Instrument, dass das Ermüdende langwieriger Rechnungen vermeiden half, in vielen Zweigen der Wirtschaft und Technik gebrauchen. Diese Chronographen – damals gewissermaßen Uhren mit Computer am Handgelenk – waren für Techniker, Kaufleute und Piloten besonders anziehend.

Auch heute könnten z. B. Piloten sich dieser Uhren bedienen, um die Berechnungen der Navigation und der Luftfahrt auszuführen. Und aus Gründen der Sicherheit bildet eine solche Uhr ein stromunabhängiges Notgerät dar. Es gibt viele Interessenten für diese Art Uhren, nur sind sie zu wenig bekannt und kaum jemand beherrscht noch heute das früher übliche Rechnen mit der Rechenscheibe, die ja nichts anderes ist als ein runder Rechenschieber.

Dem „Kreisrechenschieber” am Chronographen oder an der Stoppuhr liegt die logarithmische Funktionsleiter zugrunde. Skalen dieser Art unterscheiden sich grundsätzlich von den Millimeterskalen der üblichen Zeichenmaßstäbe und zwar wegen der unterschiedlichen Längen der Teilungsintervalle. Wir haben es mit zwei Skalen zu tun, von denen eine am äußeren drehbaren Ring gegen die andere innere verschoben werden kann.

Um alle Möglichkeiten mit dieser "Rechenscheibe an Uhren" auszuloten, finden Sie viele Beispiele und Erläuterungen in dem Buch "Die Uhrmacherei Bd.1". Vorab schon mal eine Animation zum ernsthaften Spielen (kleine Rundungsfehler sind bei Flash-Animationen leider nicht zu vermeiden). Verwendet wird hier ein stilisierter Chronograph (Modell 900) der Fa. Sinn (Herzlichen Dank!), allerdings ohne kleine Sekunde und ohne Sekunden-, Minuten-, und Stundentotalisator! Für mich programmiert hat Dirk Aschoff - auch an ihn eine herzliches Dankeschön!

Und wenn Sie mit der Rechenscheibe nicht klarkommen, kein Problem, einfach "Die Uhrmacherei Bd.1"kaufen!


Die Uhr, um die es geht, sah früher so aus.


Heute besitzt Sie eine zweite Krone bei "10 Uhr".



Größere Ansicht der Rechenscheibe (empfohlen)

*Der englische Theologe Edmund Gunter berechnete 1620 eine logarithmische Skala, die in ein Messingplättchen graviert wurde. Die Werte wurden mit einem Stechzirkel abgelesen. Oughtred verwendete seit 1622 zwei aneinander gleitende, identische logarithmische Skalen. Dieser Doppelstab bekam nach 1650 durch Wingate und Partridge die noch heutige übliche Gestalt mit einer „Zunge" die in einem „Körper" gleitet.
Zusätzlich zu den logarithmischen Skalen enthielten sie meist noch quadratische, kubische, trigonometrische und Exponentialfunktionen und waren somit universelle wissenschaftliche Rechenhilfsmittel.

( Stand 01.05.2009 )






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