Tritium: Radium-Leuchtzifferblätter für Taschenuhren sollen verboten werden

The Swiss Watch D ( N.N. o.J. ) ca. 1963

Der Schweizerischen Vereinigung für Atomenergie wurde von der Sektion für Strahlenschutz des Eidg. Gesundheitsamtes über die schweizerischen Verhältnisse berichtet:

In der Schweiz ist die Sektion für Strahlenschutz seit längerer Zeit in Kontakt mit der «Federation Horlogere» (FH), um die Radioaktivität der Leuchtzifferblätter im Hinblick auf die kommende eidgenössische Strahlenschutzverordnung zu normieren... Die wissenschaftlichenUnterlagen für die anzustellenden Überlegungen stammen zum größten Teil von Prof. J. Joyet (Zürich).
Der Entwurf für die schweizerischen Vorschriften ist zur Zeit fertig ausgearbeitet, und er wurde bereits der OECE vorgelegt, damit dieselben Normen international anerkannt werden. Für Leuchtzifferblätter, die mit radiumhaltiger Leuchtfarbe aktiviert sind, wird eine Aktivität von 0,1 Mikrocurie pro Uhr gestattet.

Bei Taschenuhren ist die Situation in bezug auf die Strahlenbelastung des Trägers deshalb viel ungünstiger, weil die Uhr unmittelbar amKörper in der Nähe der Keimdrüsen getragen wird und weil zudem das Zifferblatt meist gegen den Körper gekehrt ist. Nach den Erhebungenvon Prof. Joyet beträgt die Strahlenbelastung der Keimdrüsen des Trägers oder der Trägerin einer Armbanduhr im Durchschnitt etwa sieben Milliröntgen pro Jahr. Für Träger von Taschenuhren mit radiumhaltigen Leuchtzifferblätternliegt sie um ein Mehrfaches höher. Die Verwendung von radiumhaltiger Leuchtfarbe für Taschenuhren soll daher auch in den schweizerischen Vorschriften verboten werden.

Außer dem Radium kommt für Leuchtfarben heute in erster Linie das viel harmlosere Tritium in Betracht:

Uhren, die mit tritiumhaltiger Leuchtfarbe versehen sind, geben nach außen überhaupt keine messbare Strahlung ab, da das Tritium nur eine sehr weiche Bestrahlung mit einer Energie von 0,018 MeV emittiert, welche durch das Uhrenglas vollkommen aufgehalten wird. Die radiumhaltigen Leuchtfarben sollen nach und nach vollständig ausgeschaltet werden.

Dies gilt vor allem auch für diejenigen Anwendungen, wo die Leuchtfarbe nicht durch ein Glas abgedeckt ist, sondern direkt berührt kann, wie es zum Beispiel bei den Leuchtmarken an Bussolen, Funkgeräten u. a. der Fall ist.





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